O komm, o komm, du Morgenstern – Ein Lied, das uns im Warten begleitet
1. O komm, o komm, du Morgenstern,
lass uns dich schauen, unsern Herrn.
Vertreib das Dunkel unsrer Nacht
durch deines klaren Lichtes Pracht.
Freut euch, freut euch, der Herr ist nah.
Freut euch und singt Halleluja.
2. O komm, du Sohn aus Davids Stamm,
du Friedensbringer, Osterlamm.
Von Schuld und Knechtschaft mach uns frei
und von des Bösen Tyrannei.
Freut euch, freut euch, der Herr ist nah.
Freut euch und singt Halleluja.
3. O komm, o Herr, bleib bis ans End,
bis dass uns nichts mehr von dir trennt,
bis dich, wie es dein Wort verheißt,
der Freien Lied ohn Ende preist.
Freut euch, freut euch, der Herr ist nah.
Freut euch und singt Halleluja.
Nehmt euch kurz einen Moment Zeit und hört euch die Bläserbearbeitung von Anne Weckeßer, gespielt von Genesis Brass, an. Sie untermalt den Text großartig.
„O komm, o komm, du Morgenstern“ ist ein Gebet aus der Tiefe. Jeder Mensch kennt Momente des Wartens, der Unruhe und Sorge, der Schuldgefühle und des Hoffens auf Licht.
Advent bedeutet, diese Sehnsucht nach Frieden ernst zu nehmen, umzukehren – und sie Gott hinzuhalten. „Freut euch, der HERR ist nah!“, heißt es im Refrain. Freude nicht, weil schon alles gut ist, sondern weil Gott versprochen hat zu kommen und zu erlösen.
Der Morgenstern ist in der Bibel ein Bild für Christus selbst–für das erste Licht, das den neuen Tag ankündigt. Ein Licht, das noch klein ist, aber schon zeigt: Die Nacht geht zu Ende, die Sonne, auf die wir warten, wird aufgehen und uns erleuchten und wärmen.
Wenn wir dieses Lied singen, bitten wir Jesus darum, in unser Warten hineinzukommen-mit seinem Frieden, seiner Nähe, mit seiner Vergebung und seinem Trost, mit seinem Sterben und Auferstehen.
Genau darum geht es im Advent: Gott kommt nicht erst, wenn wir perfekt sind oder alles im Griff haben. Er kommt mitten in unseren alltäglichen Trott und in unser, dem Tod geweihtes, Leben.
Das Lied macht uns deutlich: Unser Warten ist nicht vergeblich. Christus kommt – damals, heute und eines Tages endgültig, um uns heimzuholen in seine herrliche Ewigkeit, und dort wird er uns selbst die Sonne sein.
Ein Beitrag von Jonas Voigt, Jugendmitarbeiter in der Lausitz
