1. Türchen

Kennt ihr die Geschichte von den zwei Prinzen, denen ihr Vater eine Aufgabe stellt, um herauszufinden, welcher sein Nachfolger werden soll?

Also: Die Prinzen bekamen je 5 Silberstücke und den Auftrag, damit die größte Halle des Schlosses zu füllen.

Der erste Prinz ritt an einer Zuckerfabrik vorbei, sah dort die Berge von ausgedroschenem Zuckerrohr, kaufte den ganzen Abfall auf und brachte ihn in den Thronsaal. Zufrieden rief er: „Der Saal ist voll. Ich habe es geschafft, Vater. Mach mich zu deinem Nachfolger.“ Doch der König wollte auch noch auf den zweiten Sohn warten.

Der kam erst, als es schon dunkel geworden war. Er ließ das abgedroschene Zuckerrohr wieder heraustragen und stellte sich dann in die Mitte des finsteren Saals. Dort entzündete er eine Kerze … und deren Schein strahlte bis in den letzten Winkel.

Begeistert sagte der Vater: „Du sollst mein Nachfolger sein. Dein Bruder hat fünf Silberstücke ausgegeben, um die Halle mit nutzlosem Zeug zu füllen. Du aber hast nicht einmal ein Silberstück benötigt, um den Saal mit dem zu füllen, was die Menschen wirklich brauchen – mit Licht.“

Tolle Geschichte. Finde ich. Vielleicht, weil ich die Sehnsucht kenne, dass es hell wird. Und es ist ja kein Wunder, dass uns gerade in der dunklen Winterzeit jede Kerze mit ihrem Licht die Stimmung aufhellt.

Aber ihr wusstet sicher nicht, dass diese Geschichte hier bei uns in Homberg spielt. Der Thronsaal oben in der Burg über dem Jugendwerk und die Zuckerfabrik liegt ja nur zehn Minuten von hier in Wabern! Spaß!!

Aber das mit der Kerze darf ich hier jedes Jahr erleben. Wenn die Oase oder die Pilgerfreizeit stattfinden, bildet eine Andacht in der großen St. Marienkirche, hier neben dem Jugendwerk, immer den Abschluss des Ankommenabends. Nach einem Spaziergang zu zweit kommen zum Schluss alle in der St. Marienkirche zusammen. Und in dieser Kirche scheint dann nur eine Kerze und füllt die ganze Kirche mit Licht! Zusammen mit Taizéliedern ist das eine unglaublich eindrucksvolle Atmosphäre!

Und es ist immer wieder beeindruckend, wie sehr Licht uns Menschen verändert! Unsere Stimmung aufhellt. Ohne das Licht sind wir nicht lebensfähig! Noch weniger sind wir es ohne den, der das Licht der Welt ist, dessen Kommen an Weihnachten uns und die ganze Welt erhellt und fröhlich macht. So wie, genau, das Lachen eines neugeborenen Kindes! Die Finsternis vergeht und das wahre Licht scheint jetzt! Ich wünsche, dass uns allen ein Licht aufgeht! Das uns das Licht aufgeht!

Ein Beitrag von Karsten ,Ernie´ Schreiner, Hauptjugendreferent der SELK

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